Anzahl der gefundenen Babyleichen1 2008 in Relation zur Täterschaft: Täterinnen und Täter. Nicht erfasst sind hier die abertausenden jährlichen Abtreibungen, die auf reine Initiative von Frauen zurückgehen.
1) Hinweis: Als Säugling oder Baby (Plural: Babys) bezeichnet man ein Kind ab der Geburt im ersten Lebensjahr.
(Alle Zahlen basieren auf Auswertungen von Medienberichten. Es handelt sich deshalb um Mindestangaben)
Summen 20072:
- Summe gefundener Babys in 2007: 42 (davon eindeutig Tötungsdelikte: 36)
- Anzahl Täter gesamt: 6 (Anzahl toter Babys: 6), Anzahl biologoschischer Väter als Täter: 4
- Anzahl Täterinnen gesamt: 25 (Anzahl toter Babys: 30), Anzahl biologischer Mütter als Täterin: 25
Bei der Täterinnenschaft nicht eingerechnet sind Fälle, in denen die Täterinnenschaft ungeklärt ist sowie tausendfache Abtreibungen. - Lebendaussetzungen: 13.
2) Hinweis: nur wenige der TäterInnen waren der leibliche Vater. Die Täterinnen hingegen waren immer die leiblichen Mütter. Die größte Gefahr für ein Baby getötet zu werden geht also immer noch von der leiblichen Mutter aus (über sechsmal so hoch wie beim leiblichen Vater) - egal ob Babyklappen-Angebot oder nicht.
Mindestens ein Drittel dieser Fälle ereigneten sich in Städten und Gemeinden, in denen es Babyklappen und Angebote zur anonymen Geburt gibt. Obwohl die Zahl dieser Einrichtungen in Deutschland Rekordniveau erreicht hat, ist die Zahl der Kindestötungen nie wesentlich zurückgegangen.
Tötungen/Aussetzung zum Tode 2008
| Datum | Ort | Täter/in | Tatvorwurf | Anzahl | Umstände |
|---|---|---|---|---|---|
| 02.01.08 | Hannover (Niedersachsen) |
Mutter? | fahrlässige Tötung | 1 | Neben ihrer Babyklappe haben Mitarbeiter eines Krankenhauses einen toten Säugling gefunden. Noch ist unklar, woran das Kind starb. Nach der Körpertemperatur zu urteilen, sei der Junge bereits mehrere Stunden tot gewesen. Hinweise auf die Mutter gab es zunächst nicht. |
| 02.01.08 | Karlsruhe (Baden-Württemberg) |
Mutter? | Totschlag | 1 | Das Neugeborene wurde in der Nacht zum Donnerstag um 23.30 Uhr von Mitarbeitern einer Stiftung gefunden, nachdem die Babyklappe Alarm ausgelöst hatte. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilten, war das kleine Mädchen nur wenige Stunden alt. Die Polizei ermittelt nun wegen Totschlags und appellierte an die Mutter, sich zu melden. |
| 15.01.08 | Behringen (Thüringen) |
Mutter | ? | 1* | In Thüringen ist erneut ein Baby wegen Vernachlässigung gestorben. Obwohl das Kind an Flüssigkeitsmangel und Mangelernährung gelitten haben soll, liege ein Verdursten oder Verhungern jedoch nicht vor, auch seien keine Anzeichen von äußerer Gewalteinwirkung erkennbar gewesen, hieß es. Die 23 Jahre alte Mutter wurde zunächst festgenommen, aber wieder auf freien Fuß gesetzt. Es gebe zwar Verdacht auf Verletzung der Fürsorgepflicht sowie Misshandlung von Schutzbefohlenen durch Vernachlässigung. |
| 15.01.08 | Dorsten (Nordrhein-Westfalen) |
? | ? | 1 | Ein 15 Tage alter Säugling aus Dorsten ist offenbar zu Tode misshandelt worden. Er sei am Donnerstag an den Folgen eines Schütteltraumas gestorben, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft Essen am Freitag mit. Die Eltern bestritten jedoch, dem Kind Gewalt angetan zu haben. |
| 23.01.08 | Berlin (Berlin) |
Vater | Totschlag | 1 |
Die Eltern eines sieben Wochen alten männlichen Babys hatten den Notarzt gerufen. Bei dem Kind, das kurz darauf starb, wurden massive Verletzungen festgestellt.
Der Säugling habe auch ältere Verletzungen aufgewiesen. Die 22 Jahre alten Eltern wurden nach ersten Vernehmungen festgenommen, die Staatsanwaltschaft
ermittelt wegen Totschlags. Update:: Wegen der Tötung seines Sohnes ist er zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. Seine 20-jährige Lebensgefährtin soll wegen Beihilfe drei Jahre ins Gefängnis, wie das Landgericht Berlin am 29.09.08 entschied. Link |
| 25.01.08 | Worms (Rheinland-Pfalz) |
Mutter | fahrlässige Tötung | 1 |
Eine 18jährige Abituierientin hatte ihr Baby im Badezimmer der elterlichen Wohnung zur Welt gebracht.
Dann hat sie es zusammen mit Papier und Stofftüchern in eine Mülltüte gepackt und in die vor dem Haus
stehende Mülltonne gelegt. Dort ist das Neugeborene an Unterversorgung gestorben. Weil die junge Frau
damals 18 Jahre jung war, hatte die Staatsanwaltschaft Mainz seinerzeit eine Nachrichtensperre verhängt.
Urteil: ein Jahr Jugendstrafe auf Bewährung und 150 sozialen Arbeitsstunden Link |
| 28.01.08 | Lüneburg (Niedersachsen) |
Mutter | Totschlag? | 1 | Die Mutter der 17-Jährigen fand die Leiche des Säuglings gestern Nachmittag in einer Plastiktüte und verständigte die Polizei. Eine Obduktion habe ergeben, dass das Baby erdrosselt oder erstickt worden sei, teilte die Staatsanwaltschaft Lüneburg mit. Die 17-Jährige habe eingeräumt, das Kind nach seiner Geburt am 5. Januar mit einer Decke erstickt zu haben und sei vorläufig festgenommen worden. Die Jugendliche befindet sich freiwillig in stationärer ärztlicher Behandlung. Das Jugendamt wurde eingeschaltet. Daher bleibt die Täterin zunächst doch auf freiem Fuß. |
| 05.02.08 | Nauen (Brandenburg) |
Mutter | Totschlag | 1 |
Grausiger Fund im brandenburgischen Nauen: Die Polizei hat in einem Keller die Leiche eines Säuglings entdeckt. Update 06.02.08:Inzwischen ermittelt die Polizei jetzt gegen die mutmaßliche 22jährige Mutter. Diese räumte ein, das Kind geboren und dann in einer Plastiktüte eingewickelt sich selbst überlassen zu haben. Update: Urteil: 3 Jahre Haft wegen Totschlags. "Die Angeklagte hat das Kind in ein Badehandtuch eingewickelt und dadurch erstickt", sagte der Vorsitzende Richter Frank Tiemann bei der Urteilsverkündung. Als strafmindernd wertete der Richter, dass die Frau sich nach der Geburt in einer "emotionalen Ausnahmesituation" (der Standardausrede heutzutage) befunden habe. |
| 08.02.08 | Gersthofen (Bayern) |
Mutter | Totschlag? | 2 (1 Baby) | Die 35-Jährige ertränkte Tochter und Sohn in der Badewanne. Wie die Polizei mitteilte, hat die Kroatin in den frühen Morgenstunden die Wanne in der Wohnung der Familie befüllt und nacheinander ihre knapp zwei Jahre alte Tochter und danach ihren fünf Monate alten Sohn darin ertränkt. Anschließend weckte sie ihren Mann, der Rettungskräfte alarmierte. |
| 15.02.08 | Frankfurt (Oder) (Brandenburg) |
Eltern | Mord | 1 |
Ein etwa sechs Monate altes Baby ist in Frankfurt verhungert. Die Eltern, 19 und 21 Jahre Jahre alt, wurden
vorläufig festgenommen. Der Vater hatte das Kind in der Nacht zum Mittwoch aus dem Bettchen
genommen, teilte die Polizei mit. Da er meinte, der Säugling sei tot, habe der Mann den Notarzt alarmiert. Eine Obduktion
der Leiche ergab, dass das Kind verhungert ist. Die Eltern wurden wegen des Verdachts auf Totschlag durch Unterlassen vorläufig festgenommen. Update:Wegen gemeinschaftlichen Totschlags durch Unterlassen in Tateinheit mit der Misshandlung von Schutzbefohlenen erhielt die 20-jährige Mutter eine Jugendstrafe von sieben Jahren, der 21-jährige Vater muss für zehn Jahre ins Gefängnis. Da der Vater eine Arbeit fand ging er davon aus, dass die Mutter ab da die Betreuung des Kindes übernehmen würde. Diesen Irrtum darf er nun mit drei Jahren längerem Knastaufenthalt büßen. Link |
| 16.02.08 | Lübben (Brandenburg) |
Mutter | Totschlag | 1 |
In Brandenburg ist offenbar erneut die Leiche eines Kindes entdeckt worden. Die Polizei gehe von einem Verbrechen
aus. Ein Besucher hatte am Samstag die Leiche des nur wenige Tage alten Mädchens in der Wohnung einer 22-Jährigen in der
Stadt Lübben im Spreewald entdeckt. Inzwischen gestand die "Mutter" das Mädchen ohne Hilfe entbunden und anschließend in der Badewanne ertränkt
zu haben. Urteil: drei Jahre und neun Monate Haft wegen Totschlags im minderschweren Fall |
| 29.02.08 | Berlin (Berlin) |
Vater | Totschlag | 1 |
Bei einem Streit mit seiner Ex-Freundin in einer Berliner Mutter-Kind-Einrichtung hat
ein 41-Jähriger psychisch kranker Vater seine sieben Monate alte Tochter zu Boden geworfen
und so schwer verletzt, dass es wenig später starb. Urteil, 26.09.08: Freispruch wegen Schuldunfähigkeit. Die Richter ordneten für den Täter die Unterbringung in der Psychiatrie an. Wegen seiner psychischen Erkrankung könne er nicht bestraft werden. |
| 13.03.08 | Schwanewede (Niedersachsen) |
Mutter | Totschlag | 1 |
Eine 23-Jährige Bundeswehrsanitäterin hat in einer niedersächsischen Kaserne ihr Neugeborenes
unversorgt sterben lassen. Die Bundeswehrsanitäterin habe gestanden, am Donnerstag gegen 4 Uhr auf der
Toilette ein Mädchen zur Welt gebracht, das Baby in einen Eimer gelegt und in ihrem Spind eingeschlossen zu haben.
Gegen die Gefreite wird nun wegen des Verdachts des Totschlags ermittelt, der Haftbefehl wurde
wegen mangelnder Haftgründe außer Vollzug gesetzt. Urteil: zwei Jahre und acht Monate Haft wegen Totschlags durch Unterlassen Link |
| 18.03.08 | Grimmen (Mecklenburg-Vorpommern) |
- | Totgeburt | 1* |
In einer Wohnung im vorpommerschen Grimmen ist am Morgen ein toter Säugling entdeckt worden.
Nach Polizeiangaben hatte die 20 Jahre alte Mutter selbst den Rettungsdienst angerufen. Update: Die Obduktion ergab, dass die Frau das Baby Ende des 7. oder Anfang des 8. Schwangerschaftsmonats tot zur Welt gebracht hatte. |
| 05.04.08 | Vechta (Niedersachsen) |
? | ? | 1* | Etwa 50 Meter von einem befestigten Weg entfernt im Wald bei Vechta wurde ein totes Neugeborenes gefunden. Todeszeitpunkt und Todesursache stehen noch nicht fest. |
| 06.04.08 | Berlin (Berlin) |
? | ? | 1* | Spaziergänger haben am Sonntag die Leiche eines Babys in einem Rucksack in Berlin an der Zufahrt zum Müggelturm entdeckt. Der Rucksack hatte in einem Haufen Müll in einem Waldstück in Treptow-Köpenick gelegen. Die Staatsanwaltschaft hat eine sofortige Obduktion angeordnet. Noch sind Identität von Mutter und Kind unklar. |
| 09.04.08 | Wittmund (Niedersachsen) |
? | ? | 1* | Am Mittwochabend ist in Wittmund in einem Sechs-Parteien- Haus ein acht Monate altes Baby bei einem Schwelbrand ums Leben gekommen. Wie die Polizei mitteilte, hielt sich der Vater des Kindes zum Zeitpunkt des Unglücks in der Nachbarwohnung auf. Gegen 18:50 Uhr bemerkte er den Brandgeruch aus seiner Wohnung und nahm das leblose Kind aus dem Bett. Laut Obduktionsbefund ist das Kind an einer Rauchgasvergiftung gestorben. Eine Untersuchung des Zimmers ergab keinerlei Hinweise auf einen technischen Defekt. |
| 21.04.08 | Schwabing (Stadtteil von München) (Bayern) |
--- | Todgeburt | 1* |
Sie schob es ab wie alten Plunder: Die 22-jährige Medizinstudentin Sarah T. aus München hat in ihrem Elternhaus im sächsischen Elsterberg ihr totes Baby versteckt – auf dem Speicher, in einem alten Karton. Die junge Mutter sagt: Das Kind kam schon tot zur Welt. Sie hatte das Kind, das im März 2007 gezeugt worden war, Ende November in ihrer Wohnung in Schwabing geboren. Niemand habe die Schwangerschaft bemerkt, sagte sie im Verhör. Update: Die Obduktion ergab, dass das Kind tot zur Welt gekommen war. |
| 22.04.08 | Wiesenbad (Sachsen) |
Mutter | Totschlag | 1 |
Auf dem Förderband einer Müllsortieranlage fanden Mitarbeiter einer Entsorgungsfirma ein totes Baby - zwischen Recycling-Abfällen. Urteil: Jugendstrafe 4 Jahre wegen Totschlags. Das Kind wurde laut Gericht erstickt. Die 17jährige Mutter habe die Atemwege des Kindes mit einem Gegenstand oder sogar mit der bloßen Hand zugehalten. |
| 27.04.08 | Emden (Niedersachsen) |
--- | Unfall | 1* | Auf einem Bootsausflug enterte ein Schiff. Unter den zu betrauernden Opfern befand sich ein ein ca. 8 Monate alter Junge. Der Säugling starb kurze Zeit nach der Rettung im Krankenhaus. |
| 02.05.08 | Wetzlar (Hessen) |
? | ? | 1* | Am 02.05.08 hatte ein 23-jährige Vater den Notarzt alarmiert, weil sein Säugling leblos im elterlichen Bett lag. Da das acht Monate alte Mädchen Hämatome aufwies, wurde die Kriminalpolizei eingeschaltet. Die Obduktion ergab: Tod durch Schädelbruch, verursacht durch äußere Gewalteinwirkung. Es erging Haftbefehl gegen den 23-jährigen sowie die 35 Jahre alte Mutter des Kindes wegen Verdachts auf gemeinschaftlichen Totschlag. |
| 03.05.08 | Frauenhain (Sachsen) |
--- | ? | 1* |
Ein etwa sechs Monate alte Junge wurde im Strassengraben am Rand der Bundesstrasse B 101 bei Frauenhain (Landkreis Riesa- Grossenhain) gefunden. Eine Anwohnerin entdeckte den Säugling nur wenige Meter vom Ortsausgangsschild und von Wohnhäusern entfernt. Update: Inzwischen hat die Polizei einen verdächtigen 33jährigen Mann (nicht der Kindsvater!) und die 30jährige Mutter (aus Meißen) des Säuglings wegen der Verdachts auf Totschlag festgenommen. (05.07.08) |
| 04.05.08 | Wenden (Nordrhein-Westfalen) |
Mutter | zweifacher Totschlag | 3 |
Drei tote Säuglinge in der Tiefkühltruhe: Wegen des dringenden Verdachts der Kindstötung ist im sauerländischen
Wenden bei Olpe eine 44-jährige Frau festgenommen worden. Sie steht im Verdacht, in den 80er Jahren die Babys zur Welt
gebracht, in Plastiktüten verpackt und eingefroren zu haben. Urteil: wegen zweifachen Totschlags zu vier Jahren und drei Monaten Gefängnis verurteilt Link |
| 15.05.08 | Lausitz (Brandenburg) |
Mutter | Totschlag | 1 |
In Brandenburg ist erneut eine Babyleiche entdeckt worden. Ein anonymer Hinweisgeber
hatte die Polizei zur Fundstelle geleitet. Der Säugling sei nicht allzu tief
vergraben worden, und an der Leiche seien Nabelschnurreste gefunden worden, sagte
ein Sprecher des Polizeipräsidiums Frankfurt (Oder). Urteil: Die Mutter des am Gräbendorfer See entdeckten toten Babys muss für viereinhalb Jahre ins Gefängnis. Sie habe den schreienden Säugling Ende April nach der Geburt in ein Handtuch gelegt und das Gesicht so lange gegen ihren Körper gedrückt, bis der Junge nicht mehr atmete, sagte der Vorsitzende Richter Frank Schollbach. Link |
| 28.05.08 | Horb am Neckar (Baden-Württemberg) |
Mutter | Totschlag | 1 |
Eine junge Frau (20) hat ihr neugeborenes Baby lebend in den Gefrierschrank gelegt, wo es Angehörige Wochen später fanden.
Feingewebliche Untersuchung der Gerichtsmedizin hätten ergeben, dass das Kind nach der Geburt nicht nur lebensfähig gewesen, sondern durch das Verschließen der Kühltruhe erstickt sei.
Gegen die Frau werde wegen des Verdachts des Totschlags ermittelt, sagte der Polizeisprecher. Sie wurde in eine Haftanstalt
mit angeschlossener Klinik gebracht. Urteil: 3½ Jahre Haft wegen Totschlags Link |
| 04.06.08 | Zeitz (Sachsen-Anhalt) |
? | Totschlag | 1 | Ein Spaziergänger fand das tote Neugeborene am Mittwochnachmittag am Stadtrand auf einem Pfad in der Nähe des Klosters Posa. Die Babyleiche, die zum Teil mit einer Plastiktüte der Supermarktkette "Extra" bedeckt war, wurde bereits in der Rechtsmedizin Halle obduziert. Den Ergebnisse zufolge hat der Junge bei der Geburt gelebt. Die Staatsanwaltschaft leitete ein Ermittlungsverfahren wegen Verdachts des Totschlags ein. |
| 06.06.08 | Dresden (Sachsen) |
? | ? | 1* |
Bei Bauarbeiten entdeckte der Eigentümer eine Babyleiche. In einem Behälter lagen Knochen und Gewebeteile eines Neugeborenen. Angaben zu Geschlecht, Todesursache und Todeszeitpunkt seien aufgrund der Skelettierung und Fäulnisveränderung zunächst nicht möglich, teilte die Polizei mit. Update: Gerichtsmediziner untersuchten die stark verwesten Leichenteile und fanden heraus, dass es sich um ein Neugeborenes handeln muss. Die Geburt wurde auf das Jahr 1976 datiert. Link |
| 11.06.08 | Gera (Thüringen) |
Ziehvater | Körperverletzung mit Todesfolge | 1* |
Nach dem Tod eines fünf Monate alten Babys aus Gera ist der Lebensgefährte der Mutter wegen des Verdachts auf Totschlag festgenommen worden
(er ist nach Angaben der Behörden nicht der Vater des Kindes und schweigt bisher). Er steht im Verdacht, das Baby getötet zu haben.
Oberstaatsanwalt Rolf Mundt. "Es sind massive Gewalteinwirkungen gegen den Kopf des Kindes ergangen." Update: Als sich das kränkelnde Kind nicht beruhigen konnte und nicht aufhörte zu schreien, habe er es mehrfach geschüttelt. Urteil: drei Jahre Haft |
| 04.07.08 | Bad Oeynhausen (Ostwestfalen) |
? | ? | 1* | In der Weser bei Bad Oeynhausen hat ein Angler ein totes Baby gefunden. Das höchstens drei Tage alte Mädchen war bei der Geburt voll ausgereift und lebensfähig und ist offenbar eines unnatürlichen Todes gestorben, wie die Obduktion nach Behördenangaben ergab. |
| 01.08.08 | Polenz (Sachsen) |
Mutter | Mordverdacht | 1 | Im Keller eines Wohnhauses st ein toter Säugling gefunden worden. Die 20 Jahre alte Mutter wurde unter Mordverdacht festgenommen und in ein Krankenhaus gebracht worden. Den Angaben zufolge war die Leiche des Neugeborenen in einer Reisetasche im Keller versteckt und von Familienmitgliedern gefunden worden. Der Junge sei erst wenige Tage alt gewesen. |
| 06.08.08 | Landkreis Main-Spessart (Bayern) |
Mutter | Totschlag | 1 | In einer Wohnung im Landkreis-Main-Spessart ist ein neugeborenes Kind in Handtücher eingewickelt aufgefunden worden. Eine Notärztin konnte nur noch den Tod des Neugeborenen feststellen. Die 21jährige Mutter hatte das Neugeborene unmittelbar nach der Geburt in Handtücher eingewickelt und das Baby erstickte. Einzelheiten insbesondere über den Ort des Geschehens machten die Behörden "aus ermittlungstaktischen Gründen" nicht. |
| 16.08.08 | Kalkar (Nordrhein-Westfalen) |
LG der Mutter | Totschlag | 1 |
Eine 22-jährige Frau erschien mit ihrem Lebenspartner und ihrem 6 Monate alten Säugling im
Klever Krankenhaus. Der Junge war nicht bei Bewusstsein und wies erhebliche Verletzungen auf.
Das Baby starb an den Folgen der durch den Lebensgefährten beigebrachten Misshandlungen.
Eine Obduktion ergibt Erstickung als Todesursache. Urteil: (12.02.09) Zehn Jahre Freiheitsstrafe wegen Totschlags. Link |
| 20.08.08 | Bräsen (Sachsen-Anhalt) |
Mutter | Mord | 1 |
Eine 21 Jahre alte Frau hat ihre neugeborene Tochter getötet und im Garten vergraben.
Gegen sie wurde Haftbefehl wegen Mordverdachts erlassen. Die Babyleiche wurde nach Hinweisen aus der Bevölkerung
auf dem Grundstück gefunden. Die Staatsanwaltschaft sprach von dringendem Verdacht, dass sie die Tat mit Vorsatz
und aus niedrigen Beweggründen beging. Link |
| 01.09.08 | Andernach (Rheinland-Pfalz) |
Mutter | Verdacht auf Totschlag | 1 |
Eine Mutter hat ihr Neugeborenes in der Biotonne eines Restaurants geworfen. Mitarbeiter einer Müllentsorgungsfirma
machten den grausigen Fund. In ihrem Geständnis gab die 29jährige Frau nach Angaben der Staatsanwaltschaft an, dass das
Baby bereits nach der Geburt am 17.08.08 tot gewesen sei. Eine vorläufige Obduktion ergab allerdings, dass es sich
um ein vollständig entwickeltes, lebensfähiges Kind gehandelt habe. Link |
| 24.09.08 | Grevenbroich (Nordrhein-Westfalen) |
Mutter | Totschlag | 1 |
Eine 38-Jährige steht im Verdacht, ihre neugeborene Tochter getötet zu haben. Ein Richter erließ am 24.09.08 Haftbefehl
wegen des Verdachts des Totschlags. Behörden hatten zuvor festgestellt, dass das Baby schon wenige Stunden nach der
Geburt am 15. Juli verschwunden war. Zwar behaupte die Mutter, sie habe ihre Tochter in einem belebten Hauseingang
im Düsseldorfer Stadtteil Pempelfort abgelegt, jedoch sei kein ausgesetztes Kind gefunden worden. Link Urteil: drei Jahren und drei Monaten Haft wegen Totschlag Update:Inzwischen hat die Fraugestanden, zusammen mit dem Baby vier Stunden nach der Geburt Mitte Juli 2008 das Krankenhaus verlassen zu haben und es noch in unmittelbarer Nähe der Klinik erstickt und die Leiche in einen Müllcontainer geworfen zu haben. Link |
| 25.09.08 | Hannover-Leinhausen (Niedersachsen) |
Vater? | Tötung und versuchte Tötung | 1 |
Ein 53 Jahre alter Mann hat in Hannover offenbar die elf Monate alte Tochter seiner Lebensgefährtin erstochen.
Zudem soll er seine 39 Jahre alte Freundin schwer verletzt haben, wie ein Polizeisprecher sagte. Hintergrund der
Tat könnte ein schon länger andauernder Beziehungsstreit sein. Entgegen ersten Meldungen sei unklar, ob der
gebürtige Iraner der leibliche Vater des Mädchens ist. Link |
| 19.10.08 | Großkugel (Sachsen-Anhalt) |
Mutter | Verdacht auf Totschlag | 2 |
Am Sonntagmittag wurde ein Säugling tot aufgefunden. Nach Angaben der Polizei kam das Mädchen in den Morgenstunden
auf die Welt. Gegen Mittag fand der Lebensgefährte der Mutter das Baby tot in der Waschmaschine und informierte umgehend
die Polizei. Update (24.02.09): die Frau hat in der Untersuchungshaft die Tötung eines zweiten Babys gestanden. Sie gestand, im November 2007 ein Mädchen zur Welt gebracht zu haben. Dieses Kind hat sie offenbar erstickt. Es wurde auf einem brachliegenden Bauernhof in der Ortschaft Gröbers gefunden. Link |
| 20.10.08 | Münster (Nordrhein-Westfalen) |
? | Totschlag? | 1* | Nach dem Tod eines elf Monate alten Säuglings in Münster ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen die Eltern wegen Totschlags. Das Kind sei am vergangenen Sonntag in der Universitätsklinik Münster an den Folgen einer Hirnschwellung gestorben. Nach den Feststellungen des Gutachters verstarb das Kind an einem zentralen Hirnversagen bei Hirndruck. Ursache dieses Hirndrucks war ein erheblicher Saustoffmangel des Gehirns. Dazu sei es gekommen, weil die Atmung des Mädchens infolge der Methadonvergiftung ausgesetzt habe. Update: 19.03.09 Sowohl der 32-jährige Vater als auch die 34-jährige Mutter bestreiten die Tat . Die Staatsanwaltschaft Münster hat das Verfahren wegen fahrlässiger Tötung und unterlassener Hilfeleistung eingestellt. |
| 12.11.08 | Marl (Nordrhein-Westfalen) |
Vater | Verdacht auf Totschlag | 1 | Ein 30 Jahre alter Mann soll in Marl seinen drei Wochen alten Säugling zu Tode misshandelt haben. Gegen den Mann erging Haftbefehl wegen Totschlags. |
| 27.11.08 | Mittenaar (Hessen) |
Mutter | Verdacht auf Totschlag | 1 |
Ein totes Baby hat die Polizei am 27.11.08 in einer Altpapiertonne im mittelhessischen Mittenaar gefunden.
Die 21 Jahre alte Mutter wurde wegen des dringenden Verdachts des Totschlags festgenommen.
Die Obduktion der Leiche der Gerichtsmedizin Gießen ergab, dass das Kind nach der Geburt gelebt hat und lebensfähig war. Link |
| 28.11.08 | Velburg (Bayern) |
Mutter | Aussetzung mit Todesfolge | 1 |
Im oberpfälzischen Velburg ist am Freitag ein totes Baby gefunden worden. Das Neugeborene lag in eine orangefarbene Decke gewickelt vor einer Arztpraxis in der Innenstadt. Die Obduktion ergab, dass es an einem Kreislaufzusammenbruch starb. Update: Die Täterin stellte sich 4 Wochen später der Polizei. |
| 12.12.08 | Köln-Poll (Nordrhein-Westfalen) |
Mutter | Totschlag | 1 | In einer Kölner Müllsortieranlage ist eine Babyleiche gefunden worden. Die Rechtsmediziner gehen nach der Obduktion des Kindes davon aus, dass es erstickt wurde. Gegen die 19-jährige Mutter erging Haftbefehl wegen Totschlags. |
| *) kein Tötungsdelikt/ungeklärt | |||||
| Summe gefundener Babys in 2008: | 45 | davon Tötungsdelikte: 32 | |||
| Anzahl Täter: | 6 | (davon 4 biologische Väter); Anzahl Babys: 7 | |||
| Anzahl Täterinnen: | 22 | (davon 22 biologische Mütter); Anzahl Babys: 25 | |||
| Bei der Täterinnenschaft nicht eingerechnet sind Fälle, in denen die Täterinnenschaft ungeklärt ist sowie abertausende Abtreibungsfälle. | |||||
Lebendaussetzungen von Babys 2008
| Datum | Ort | Täter/in | Anzahl | Umstände |
|---|---|---|---|---|
| 20.01.08 | Heinsberg | ? | 1 | Die Bewohner des Hauses an der Roermonder Straße unweit der deutsch-niederländischen Grenze fanden den kleinen Jungen, nachdem eine unbekannte Person an der Eingangstür geklingelt hatte. Er lag in Handtüchern eingewickelt in einer Umhängetasche mit niederländischer Aufschrift. |
| 15.04.08 | Paderborn | Mutter | 1 | Bei der Entführung eines acht Monate alten Babys in Paderborn handelt es sich nur um eine Vortäuschung durch die Mutter. Die 18-Jährige hatte ihr Kind auf einer öffentlichen Toilette ausgesetzt und es dann bei der Polizei als entführt gemeldet. Das Baby war acht Stunden nach seinem angeblichen Verschwinden nahezu unversehrt in einer öffentlichen Toilette gefunden worden. Gegen die junge Frau wird nun nicht nur wegen Vortäuschens einer Straftat ermittelt, sondern auch, weil sie ihr Kind über einen Zeitraum von mehreren Stunden unbeaufsichtigt an einem öffentlichen Ort einer erheblichen Gefährdung ausgesetzt hat. |
| 25.04.08 | Leipzig | Mutter | 1 | In einer Plastiktüte hat eine 18 Jahre alte Mutter in Leipzig ihr neugeborenes Kind ausgesetzt. Spaziergänger fanden das lebende Mädchen am Freitag gegen 17 Uhr neben mehreren Containern im Ortsteil Mölkau, wie die Polizei mitteilte. Der Ermittlungsrichter erließ gegen die Frau einen Haftbefehl wegen versuchten Totschlags in Tateinheit mit Aussetzung. Urteil: 3 Jahre Jugendhaft wegen versuchten Totschlags |
| 26.04.08 | Beverungen | Mutter | 1 | Einen neugeborenen Jungen hat ein 67-jähriger Beverunger auf einer Bank an seinem Haus entdeckt. Dem Baby geht es gut.
Eine bislang unbekannte Person hatte das Kind in einer rosa Wolldecke ausgesetzt. Update: Die Mutter (eine 30-jährige Deutsche, die vor zwei Jahren aus Kasachstan übergesiedelt ist) des Neugeborenen hat sich am 02.05.08 bei der Polizei gemeldet. Zum Motiv machte die arbeitslose Frau keine Angaben, sie wurde nach ihrer Vernehmung wieder auf freien Fuß gesetzt. |
| 09.05.08 | Gangelt | ? | 1 | Im Hausflur eines Mehrfamilienhauses in Gangelt-Birgden (Kreis Heinsberg) ist ein etwa 14 Tage altes Mädchen ausgesetzt worden. Die Polizei hat nach eigenen Angaben noch keine konkreten Erkenntnisse über die Eltern oder die Person, die das Kind in den Hausflur legte. |
| 27.07.08 | Pulheim | Mutter | 1 | Eine 67-jährige Frau hatte den drei bis vier Tage alten Jungen
am Sonntagmorgen an einer Bushaltestelle gefunden. Der Säugling lag in einer grauen
Plastikkiste und war in ein T-Shirt und mehrere Tücher eingewickelt. Die Polizei schätzt, dass das
Kind maximal eine Stunde am Fundort lag. Zurzeit befindet es sich im Krankenhaus.
Nach Angaben von Ärzten kam das Kind ohne fachmännische Hilfe zur Welt, die Nabelschnur wurde unsauber abgetrennt. Update, 12.09.08: die Mutter wurde durch einen DNA-Test ermittelt, sie hat zugegeben, ihren Sohn ausgesetzt zu haben. Link |
| 05.08.08 | Weißenfels | Mutter | 1 | Ein Baby ist kurz nach der Geburt in Weißenfels im Süden Sachsen-Anhalt ausgesetzt worden.
Das fünf bis sieben Tage alte Mädchen wurde in der Nacht um 02.26 Uhr von einem Wachmann beim Kontrollgang
im ehemaligen Pförtnerhäuschen des Weißenfelser Krankenhauses, in dem jetzt ein Geldautomat steht (in
der Presse oft falsch als "Sparkassenfiliale" betitelt), gefunden. Update (09.08.08): inzwischen wurde die 27jährige Mutter ermittelt, als Motiv gab sie persönliche Probleme an. |
| 15.08.08 | Berlin | Mutter | 1 | Eine 29-Jährige hat versucht, die Geburt ihres Mädchens zu vertuschen. Die Frau rief in der Nacht bei den Berliner Behörden an und erzählte, sie habe kurz zuvor einen Säugling auf den Stufen eines Hauseingangs gefunden. Ermittlungen und der Einsatz eines Fährtenhundes führten die Polizei dann zur Wohnung der Anruferin. Später gab die alleinstehende Frau zu, das Baby wenige Stunden zuvor in ihrer Wohnung selbst zur Welt gebracht zu haben. Das kleine Mädchen befindet sich im Krankenhaus, sein Zustand ist stabil. |
| Ein 21-Jähriger hat in der Nacht zum Sonntag einen ausgesetzten Säugling im Fürther Stadtpark entdeckt.
Nach Angaben des Polizeipräsidiums Mittelfranken hatte der Mann ein Wimmern aus einem Gebüsch gehört und
daraufhin nachgesehen. Er fand ein in Decken eingewickeltes Baby in einer Tasche, das er sofort in ein Krankenhaus brachte.
Dort stellten die Ärzte fest, dass es sich um ein gesundes, nur wenige Stunden altes Mädchen handelt. "Wenn der junge Mann
nicht vorbeigekommen wäre, hätte das Baby diese Nacht vielleicht nicht überlebt", so Rainer Seebauer vom Polizeipräsidium.
Update: Tatsächlich sei der 21-Jährige ein Verwandter der Mutter und habe den Säugling direkt von der Wohnung in das Klinikum gebracht, teilte die Polizei mit. Gegen ihn und die Mutter wird wegen Vortäuschens einer Straftat ermittelt. |
||||
| 16.11.08 | Hof/Pausa | ? | 1 | Im Foyer einer Hofer Sparkassenfiliale ist in der Nacht zum 17.11.08 ein neugeborener Säugling entdeckt worden. Bankkunden hätten das Kind gegen 1.40 Uhr gefunden. Das Mädchen war kurz nach 23 Uhr dort abgelegt worden. Das Mädchen war in einem rosa Leinentuch gewickelt, welches laut Etikett zu DDR-Zeiten im sächsischen Pausa im «Volkseigenen Betrieb Wäscheunion» hergestellt wurde. |
| 01.12.08 | Pöttmes | Mutter | 1 | In der katholischen Kirche Sankt Peter und Paul in Pöttmes (Kreis Aichach-Friedberg) hat der Pfarrer
in einer hölzernen Krippe ein Findelkind entdeckt. Der Bub war erst wenige Stunden alt. Bei der Mutter
handelt es sich um eine 38-jährige rumänische Staatsangehörige, die im Landkreis Aichach-Friedberg wohnt. Update: Die Mutter des Findelkinds kann aufatmen. Die Staatsanwaltschaft Augsburg hat das Verfahren gegen sie wegen des Verdachts der Kindsaussetzung eingestellt. Der Junge ist durch eine Organfehlbildung stark behindert, was eine spätere Adoption unwahrscheinlich macht. Link |
